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Schlepzig/Słopišća

Willkommen

 

Schlepzig / Słopišća entdecken

 

Direkt am Rande des unteren Spreewalds liegt eines der ältesten Spreewalddörfer - das heutige Feriendorf Schlepzig/Słopišća. Mit Eichen - und Buchenblatt sowie dem Zander im Wappen demonstriert unsere Gemeinde ihre traditionelle Verbundenheit zum Wasser und zur Natur. Dunkle und dichte Erlenwaldbestände reichen bis an das Dorf heran; die Spree umfließt den Ortskern, Wälder, Wiesen und Felder, Natur unter, auf, neben und über dem Wasser laden zu einem entspannten Aufenthalt in unserem schönen Spreewalddorf ein.

 

Die wendische (slawische) Siedlung Slopišća wurde erstmalig bereits am 8. August 1004 als Zloupisti (lat.) in einer Schenkungsurkunde von König Heinrich II. an das Kloster Nienburg an der Saale erwähnt. Es ist anzunehmen, dass die Siedlung schon im 7./8. Jahrhundert in Folge der Völkerwanderung entstand, also wesentlich älter als nur die „offiziellen“ 1.016 Jahre ist.

 

Der Unterspreewald ist das Pendant zum Oberspreewald und eine weitgehend naturbelassene Wald- und Wasserlandschaft, die ebenso durch die Naturgewalten der letzten Eiszeit und durch die Spree und ihre Nebenarme geprägt wurde. Diese Landschaft und ihre Ruhe sind das Hauptargument für einen Erholungsurlaub im Spreewald.

Hier finden Sie zahlreiche Möglichkeiten für einen abwechslungsreichen Urlaub in der Natur. Freundliche Kahnfährfrauen sowie Fährmänner laden herzlich zu einer ausgiebigen und ruhigen Kahnpartie in die grüne Unterwelt ein. Auch per Kremser (Pferdekutsche) lassen sich angenehme Ausflüge gestalten. Für die eigene Erkundung der Region sind zahlreiche Rad-, Wander- und Wasserwanderwege vorhanden. Lassen Sie sich bei geführten Wanderungen die Flora und Fauna des Spreewaldes näher bringen. Erfrischen Sie sich in der Spree mit ihren natürlichen Badestellen oder in den umliegenden Badeseen. Erkunden Sie den Spreewald mit zahlreichen historischen Bauwerken und Museen.

 

Schlepzig/Slopišća lädt mit einem anschaulichen Bauern- und einem Feuerwehrmuseum, einer Historischen Getreidemühle, dem Informationszentrum des Biosphärenreservates Spreewalds mit der Dauerausstellung „Unter Wasser unterwegs“ und dem Weidendom herzlich zum Besuch ein. In allen Preisklassen finden Sie hier die Unterkunft Ihrer Wahl.

 

Lassen Sie sich von der Natur und der Landschaft einfangen! Entdecken Sie die vielfältige Farbenpracht der Pflanzenwelt und erleben Sie das besonders wechselhafte Spiel von Licht und Schatten entlang des Wassers. Wenn Sie sich ruhig und besonnen verhalten, können Sie eine Vielzahl der hier lebenden Tierarten beobachten und festhalten.

 

Herzlich Willkommen! Witamy!

 

 

Wenden und Sorben

 

Die wendische Bevölkerung

Im Zuge der Osteroberung der slawischen Gebiete ab dem 10. Jahrhundert durch die deutschen Könige geriet auch die slawische Landbevölkerung unter den deutschen Machtbereich und war von nun an tributpflichtig. Die sächsischen Könige beließen jedoch ihren Untertanen die Freiheit, ihre Sprache und Kultur weiterhin zu gebrauchen.

Und so sprach die Landbevölkerung ihre wendische Muttersprache weiterhin. Die Kirchen bildeten ihre Pfarrer in wendischer Sprache aus – die Gottesdienste wurden in wendischer Sprache gehalten. In Lübben gab es eine eigene wendische Kirche für den Sprengel. Der ab dem 18. Jahrhundert zunehmende Einfluss der deutschen Sprache durch Kirche und Staat ließ den Menschen auf den Dörfern keine Wahl mehr – sie mussten sich dieser Kultur weitgehend anpassen. Damit verlor die wendische Sprache an Bedeutung und mit ihr die Lieder, Sagen und Geschichten.

In Schlepzig wird seit über tausend Jahren die Sage vom Wendenfürsten Wussilo erzählt. Der Burgsitz Wussilo’s soll damals auf dem Platz des heutigen Hotels „Seinerzeit“, ehemals Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“ gelegen haben. In nördlicher Richtung hinter dem Weidendom lag früher ein runder Erdwall, der im 20. Jhd. eingeebnet wurde. Es wird vermutet, dass dieser ebenso ein Schutzwall oder eine Schutzburg für die Dorfbewohner war. Eine archäologische Untersuchung erfolgte bisher nicht.

Das ererbte wendische Brauchtum aber lebt in der Region weiter. Auch viele Orts-, Flur- und Gewässernamen sind wendischen Ursprungs. Typisch wendisch sind viele Familiennamen wie Battka, Budich, Bullan, Drassdo, Gollnick, Hartock, Jedro, Kockott, Konzack, Kossatz, Kuckei, Laurisch, Lukas, Mietusch, Muckar, Muschick, Noack, Nogatz, Nuglisch, Petigk, Scherch, Schiela, Schmogrow, Schoan, Streichan, Ternick, Tschirschke, Zech und zahlreiche weitere.

Die Fließnamen wie Quaasspree, Schiwastrom (niedersorb.: sich schlängeln), Puhlstrom und auch Zerniasfließ zeugen vom über eintausendjährigen Einfluss der wendischen Bewohner. Auch die örtlichen Namen für bestimmte Plätze sind wendisch geprägt: die Halbinsel Wussegk oder das Gebiet Kockot (niedersorb.: Hahn)

Heute werden wendische Kahnfahrten angeboten, bei denen Sie vieles weitere über die Eigenheiten und die Kultur der wendischen Landbevölkerung erfahren können.

 

 

Geschichte

 

Die Besiedlung der Lausitz erfolgte durch westslawische Stämme in Folge der Völkerwanderung etwa ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. Vorher hatten hier germanische Stämme gelebt; ihre Siedlungen jedoch aufgegeben und waren über die Elbe westwärts weitergezogen.

Auch im Bereich des Spreewalds siedelten Sorben/Wenden vom Stamm der Lusizer, vorrangig an Fluss- und Seeufern. Sie betrieben in der Hauptsache Fisch- und Landwirtschaft, Bienen- und Viehzucht und andere Handwerke.

Der heutige Name Schlepzig entstand aus wendisch Slopišca, was auf eine Siedlung auf feuchten und lehmigen Boden hindeutet. Daher waren die ersten Häuser wohl auf Pfählen gebaut, um den ständigen Hochwässern der Spree zu entgehen.

Die erste urkundliche Erwähnung finden wir auf der Schenkungsurkunde König Heinrichs II. im Jahre 1004 an das Kloster Nienburg als (lat.) Zloupisti. 1374 wird ein wasserbetriebenes Hammerwerk, welches den örtlich vorhandenen Raseneisenstein verarbeitet, erwähnt.

Der Hammer wurde bis ca. 1700 genutzt und 1740 an die Stelle des verfallenen Hammers eine Wassermühle gebaut. Mit dem großen Dorfbrand 1769 gingen auch die Mühle und die Kirche in Flammen auf.

Johann Gottlieb Streichan baute die Mühle 1788 als Öl-, Säge- und Getreidemühle wieder auf, die bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts noch genutzt wurde. Die anfallende Schlacke des Hammers wurde seitlich des Werks abgelagert, der Boden aufgefüllt. Auf dieser Auffüllung steht heute das Spreewaldresort "Seinerzeit", vormals Landgasthof "Zum grünen Strand der Spree".

 

In den sechs Jahrzehnten nach 1555 n. Chr. rebellierte die wendische Bevölkerung gegen die unterdrückende Herrschaft der Oberlausitzer Stände. Auch die Niederlausitzer Stände hatten Ängste vor einem wirtschaftlichen Ruin, da sich die Bevölkerung auf dem Lande den Contributionen (Frohn- und Spanndienste) zu entziehen versuchte.

Bis weit in das 18. Jahrhundert wurde noch in der wendischen Sprache gepredigt und unterrichtet. Auch auf Betreiben des Lübbener Konsistoriums (Kirchliche Verwaltungsbehörde in Lübben) wurde dann nach und nach die wendische Muttersprache im kirchlichen Bereich zurückgedrängt. In der NS-Zeit wurde die sorbische/wendische Sprache und Kultur verboten.

Heute zählt Schlepzig wieder zum sorbischen Siedlungsgebiet, da einige wendische Bräuche überlebten und in gewandelten Formen auch heute noch gelebt werden.

 

 

Biosphärenreservat Spreewald

 

Die Entstehung der Spreewaldniederung ist den mächtigen Naturgewalten der letzten Eiszeit zu verdanken. Die Gletscher der Eiszeit türmten nördlich des heutigen Oberspreewalds mit der Lieberoser Endmoräne und den Krausnicker Bergen am Westrand des heutigen Unterspreewalds ihre gewaltigen Ablagerungen auf. Am Ende der Eiszeit trat die Spree nördlich von Cottbus in das Baruther Urstromtal ein, das Schmelzwasser in Richtung Westen abführte. In diesem Urstromtal liegt der heutige Oberspreewald. Später, in Folge des Rückzugs der Gletscher, wurden die tiefer liegenden Gebiete nördlich des alten Eisrands eisfrei. Schmelzwasser und später die "Urspree" flossen nach Norden und bildeten die Niederung des heutigen Unterspreewalds.

 

Zwischen Cottbus und Leibsch, auf einer Fläche von 475 km² und mit einem 1775 km umfassenden Fließsystem stellt der Spreewald ein einzigartiges Binnendelta in Mitteleuropa dar. Das kleinere Delta nördlich der Kreisstadt Lübben wird Unterspreewald genannt und weist im Gegensatz zum Oberspreewald mehr natürliche und tiefer liegende Fließläufe auf, so dass die Landschaft teilweise einem Urwald ähnelt.

 

Im Zentrum des Unterspreewaldes liegt unser schönes Spreewalddorf Schlepzig. Der Unterspreewald, von den Einheimischen auch Pusch genannt, ist Teil des nördlichen Biosphärenreservates Spreewald.

 

Lebensraum bewahren lautet die Übersetzung von Biosphärenreservat. Die Kulturlandschaft Spreewald, mit seiner einzigartigen Flora und Fauna wurde im Jahr 1990 zum Biosphärenreservat erklärt, 1991 durch die UNESCO offiziell in diesem Status bestätigt und gilt damit als besonders schützenswert. Traditionen, Lebens- und Arbeitsweisen der Spreewälder sollen im Einklang mit Landschaft und Natur stehen, Konzepte zur Bewahrung, zur Pflege und Entwicklung der Kulturlandschaft Spreewald werden erarbeitet und umgesetzt.

 

In vielfältiger Farbenpracht blühen Sumpf- und Wasserpflanzen entlang der Wasserläufe, schillernde Libellen und Schmetterlinge begleiten Wasserwanderer auf ihren Touren. Auch Schwäne, Ringelnatter, Nutria, Biber und Fischotter sagen Guten Tag. Kuckuck, Pirol, Eisvogel und Specht lassen ihre Laute über die Auen und durch die Wälder erklingen, Rotmilan, Weißstorch und Kranich beobachten das Geschehen aus der Vogelperspektive, Frösche geben einzigartige Konzerte. Die kleinflächigen Wiesen und Felder, die Wälder, Wasserläufe und Seen des Spreewaldes bieten tausenden Tier- und Pflanzenarten einen einzigartigen Lebensraum – ein Naturerlebnis.

 

Wanderungen entlang der Fischteiche mit Vogelbeobachtungen oder durch den Buchenhain mit Naturbeobachtungsturm und „Mollenhauers Hütte“; die Schlepziger Naturwacht bietet geführte und interessante Touren auf Naturlehrpfaden an. Auch per Rad und Boot können Sie mit der Naturwacht auf Entdeckungstour gehen.

In der Alten Mühle zu Schlepzig finden Sie eines von drei Besucherzentren des Biosphärenreservates Spreewald. Lassen Sie sich überraschen und gewinnen Sie u.a. interessante Einblicke in die Unterwasserwelt des Spreewaldes.

 

Anschrift: Alte Mühle Schlepzig, Dorfstraße 52, 15910 Schlepzig

Telefon: 035472 276

Telefon Naturwacht: 035472 5230

www.spreewald-biosphaerenreservat.de/erleben-lernen/info-ausstellungen/alte-muehle-schlepzig/ *